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Dorf Holthausen

 

                  

© RVR-Luftbild des Dorfes Holthausen 

Hinweise auf die Bauernschaft Holthausen hat der Heimatforscher Dr. Leo Reiners 1935 in den Urbaren (Grundbuch, Heberolle) des Klosters Werden aus den Jahren 900 - 920 entdeckt. Für Holthausen war das damals eine große Sache. Der Bauernschaft war damit aus den vielen Bauernsiedlungen, die im Laufe der Jahrhunderte auftauchten, ein besonderer Platz zugewiesen. Sie konnte auf ein Jahrtausend zurückblicken. In diesen Tausend Jahren lebte Holthausen in engster Abhängigkeit von Castrop. Denn sowohl wirtschaftlich, schulisch, kirchlich und verwaltungsmäßig war Holthausen in dieser Zeit an Castrop gebunden.

Im Jahr 1848 erschienen in einer Steuerliste erstmals die Namen der Bauern der Grafschaft Mark. Für Holthausen waren insgesamt 18 Höfe aufgeführt. Unter anderem auch die heute noch bekannten Namen Tappe, Eckmann und Hubbert. Die Listen der "Volkszählung 1849" bescheinigten Holthausen 273 Einwohner, von denen 220 katholisch und 53 evangelisch waren. Im Einwohnerverzeichnis der Bürgermeisterei Castrop von 1849 tauchte in der Gemeinde Holthausen auch der Name Beisemann auf. Ein Diederich Beisemann, katholisch, 62 Jahre, lebte damals auf dem Hof Schemberg, Oestrich Nr. 2.

Zum 1902 eingerichteten Amt Sodingen gehörte neben Sodingen und Börnig auch Holthausen. Unter Leitung des Amtmanns Max Wiethoff erlebte das neue Amt und damit auch Holthausen einen glänzenden Aufstieg. Die Einwohnerzahl des Amts stieg von 9.716 (1902) auf 23.000 (1927). 1928 wurde das Amt Sodingen mit Holthausen nach Herne eingemeindet.

Das Dorf in den fünfziger Jahren

Holthausen in den fünfziger Jahren (Foto: © Bildarchiv der Stadt Herne)

Der höchste Punkt (130 m) der Stadt Herne befindet sich in Holthausen (Holthauser Str. / Stadtgrenze Bochum). Das alte Dorf ist heute ein sogenanntes Mischgebiet/Dorfgebiet und zu einer bevorzugten Wohngegend in Herne geworden.

 

 

Die Bürgerinitiative "Keine Umgehungsstraße durch Holthausen"

Neben vielen Dorf- und Schützenfesten sorgten die Holthauser Bürger in den Jahren 1992 bis 2001 für Gesprächsstoff über die Grenzen des Dorfes und der Stadt Herne hinaus bis hin in die Düsseldorfer Ministerien und den Landtag von Nordrhein-Westfalen. Mit der Bürgerinitiative "Keine Umgehungsstraße durch Holthausen" wehrten sich die Holthauser erfolgreich gegen die von der Stadt Bochum geplante Ortsumgehung Bochum-Gerthe im Zuge der Landstraße 654, die auch durch das heutige Naturschutzgebiet Langeloh über Herner Stadtgebiet führen sollte.

Die BI im WDR-Fernsehen

Foto: © WDR-Fernsehen am 20. Juli 1993

Presse, Radiosender und das WDR-Fernsehen berichteten über Jahre hinweg ausführlich über die Aktivitäten der Holthauser Bürger. Auf dem Höhepunkt der Protestwelle beteiligten sich am 20. Juni 1993, einem Sonntagmorgen, rund 1.000 Bürger mit Oberbürgermeister Willi Pohlmann an der Spitze an einer Protestwanderung über 7,5 Kilometer durch Gysenberg und Langeloh. 

 

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WAZ vom 21. Juni 1993:

Protestwanderung am 20. Juni 1993 durch Gysenberg und Langeloh

© WAZ-Bild Kirsten Neumann

Diese Proteste blieben auch in der Landeshauptstadt Düsseldorf nicht ohne Wirkung. Nach der Landtagswahl 1996 einigten sich die Koalitionsparteien SPD und GRÜNE sowie das Verkehrsministerium auf die Einstellung der Planung für die Westumgehung Bochum- Gerthe über Holthauser Gebiet. Auch der damalige Bochumer Landtagsabgeordnete und nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Wolfgang Clement akzeptierte den Willen der Holthauser Bürger. Heute ist die von der BI geforderte Alternative, die sogenannte Ostumgehung durch Gerther Industriegebiete fertiggestellt und die Gefahr für das Naturschutzgebiet Langeloh vom Tisch. Das Naturschutzgebiet Langeloh bietet Tieren und Pflanzen eine Vielfalt an Lebensräumen, die sich zu beiden Seiten des Rossbaches gebildet haben. An die Aue mit ihren verschiedenen Pflanzengesellschaften schließen sich alte Buchenwälder, Laubmischwälder und Gehölze an. Darin eingestreut liegen Grün- und Brachflächen. Allein 40 Vogelarten haben sich im Langeloh niedergelassen.

Der "harte Kern" der BI um den leider viel zu früh verstorbenen Manfred Bartsch, um Michael Wittke, Peter Hugo Dürdoth und Harald Beisemann beschloss 2001 die Auflösung der erfolgreichen Bürgerinitiative. 

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Holthauser Weitblick:

 Ausblick vom höchsten Punkt der Stadt Herne über die Holthauser Felder zur Veltins-Arena des FC Schalke 04

Foto:  © Harald Beisemann

 

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Stand: 10.10.2010